Erinnerungen bewahren ohne Ballast
Wir alle kennen das: Nach dem Verlust eines geliebten Menschen steht man vor der Aufgabe, ein Haus oder eine Wohnung aufzuräumen. Zwischen all den Dingen tauchen Gegenstände auf, die eine tiefe persönliche Bedeutung haben. Das alte Geschirr der Grossmutter, an dem so viele Familienerinnerungen hängen, die schwarze Taschenuhr des Grossvaters oder eine kunstvoll drapierte Muschelkette der letzten gemeinsamen Ferien. Doch wohin damit? Oft ist die eigene Wohnung bereits komplett eingerichtet. Die Möbel und Wände sind besetzt, der Stil ist modern und minimalistisch, während das Erbstück rustikal oder altmodisch ist. Manchmal fehlt schlicht der Platz, oder Gegenstände sind zu sperrig, um sie sinnvoll in den Alltag zu integrieren. Die Folge sind Kisten, die im Keller oder auf dem Dachboden verstauben. Man behält die Dinge aus einem schlechten Gewissen heraus, nutzt sie aber nicht.

Die Magie der Inszenierung wie unterschiedlich ein Gegenstand wirken kann
Eine hochwertige Fotografie bietet hier einen eleganten Ausweg, der das Original in vielerlei Hinsicht übertrifft. Ein Foto nimmt keinen Raum ein. Es befreit von der Last des physischen Objekts, bewahrt aber die vollständige emotionale Essenz. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Teilbarkeit: Wenn vier Kinder sich um ein einziges Erbstück streiten oder alle eine Erinnerung daran haben möchten, kann das Objekt nur einer bekommen. Ein professionelles Stillleben-Foto hingegen kann in mehrfacher Ausführung gedruckt werden, sodass jedes Familienmitglied ein identisches, hochwertiges Kunstwerk für die eigenen vier Wände erhält.
Wie das fertige Bild am Ende aussieht, muss vorher nicht haargenau feststehen. Im Gegenteil: Die besten Ideen entstehen oft dynamisch. Um die passende Bildwirkung zu finden, erstelle ich von Anfang an drei bis vier verschiedene Varianten eines Motivs. Das gibt uns die Freiheit, mit Stilen und Stimmungen zu experimentieren. Wie wandelbar ein einzelnes Objekt ist, lässt sich am besten an Beispielen zeigen. Nehmen wir eine blecherne Fruchtschale mit Ornamenten. Legt man ein altes Spitzendeckchen darunter, drapiert ein paar Birnen, Äpfel sowie Trauben darin und wählt einen warmen, historischen Hintergrund, kann das Foto durch die passende Nachbearbeitung wie ein klassisches, altes Gemälde wirken.

Dieselbe Fruchtschale lässt sich aber auch völlig anders inszenieren. Fotografiert in Schwarz-Weiss, mit harten Kontrasten und einem gezielten Spiel von Licht und Schatten, wird aus dem nostalgischen Erbstück plötzlich ein hochmodernes, fast abstraktes Kunstwerk. Auch die Geschichte des früheren Besitzers kann einfliessen. Wenn bekannt ist, zu welchem Anlass ein Schmuckstück getragen wurde, oder wenn noch ein altes Kleidungsstück existiert, lässt sich dieser Stoff wunderbar als Unterlage oder Hintergrund nutzen. Ob puristisch als Solitär oder eingebunden in eine kleine Geschichte mit Blumen und Steinen, ob in Farbe, Schwarz-Weiss oder als Color-Key, bei dem nur ein Detail farbig hervorsticht, entscheiden wir gemeinsam. Das Konzept für die Gestaltung entwickelt sich ganz organisch in unserem Vorgespräch.

Der Ablauf und was dabei wichtig ist
Der Weg zu Ihrem individuellen Erinnerungsbild ist unkompliziert. Sie müssen sich vorab lediglich überlegen, wo das Bild später ungefähr aufgehängt werden soll und welche Grösse Sie sich vorstellen. Für den Transport des Gegenstands stehen vier Wege offen: Sie können mir das Objekt per Post zuschicken, es nach Absprache persönlich vorbeibringen, ich kann es bei Ihnen abholen kommen oder ich fotografiere direkt bei Ihnen vor Ort. Je nach Aufwand für die Inszenierung, die Beschaffung passender Dekorationen und die sorgfältige Bildbearbeitung sollten Sie für das gesamte Projekt eine Zeitspanne von einer bis vier Wochen einplanen. Am Ende halten Sie ein massgeschneidertes Kunstwerk in den Händen, das Ihre Familiengeschichte erzählt. Die Kosten sind abhängig vom Umfang des Projektes - gerne gebe ich Ihnen eine unverbindliche Offerte nach einem kostenlosen Erstgespräch.
Was dabei wichtig ist: Bitte beachten Sie, dass für den gesamten Prozess keine Haftung übernommen werden kann. Dies gilt sowohl für den Postversand bei verloren gegangenen oder beschädigten Objekten als auch für die Arbeit beim Fotografieren selbst. Gerade sehr alte Gegenstände können durch das Drapieren oder die blosse Berührung fast auseinanderfallen. Es ist wichtig, sich dieses Risikos im Vorfeld bewusst zu sein, wenn man ein sensibles Erbstück für eine Fotografie freigibt.






